Medical Tribune
7. Jan. 2014Meningoenzephalitis

Zeckenstich: Risiko fürs junge Hirn

Nach einer Inkubationszeit von 7–14 Tagen werden 30 % der FSME-Infektionen mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und Schmerzen symptomatisch. Bei jedem zehnten Erkrankten stellt sich nach einem symptomfreien Intervall von einer Woche eine Meningoenzephalitis ein, erinnerte Professor Dr. Hans-Iko Huppertz von der Prof.-Hess-Kinderklinik in Bremen.

Welche Langzeitfolgen solch eine ZNS-Beteiligung hat, prüften schwedische Neuropädiater in einer Kohorte von 55 Kindern*, die zwei bis sieben Jahre nach überstandener FSME nachuntersucht wurden.

FSME-Meningoenzephalitis: Zwei Drittel der Kinder mit Residuen?

Von den 42 Kindern, für die Informationen aus dem "River­mead post-concussion symptoms ques­tionnaire" vorlagen, litten 29 vermehrt unter Kopfschmerzen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Reizbarkeit, berichtete Prof. Huppertz. Kinder, die eine schwere Meningoenzephalitis erlitten hatten, klagten häufiger über Übelkeit und Lichtempfindlichkeit. Ansonsten gab es keine erkennbaren Unterschiede, so der Kollege.

Zwar habe die Studie das Manko, dass keine Vergleichsgruppe berücksichtigt wurde. Dennoch deute sie darauf hin, dass die FSME bei Kindern Langzeitschäden zur Folge habe.

  • *Fowler Å et al., J Pediatr 2013; 163: 555–560
  • Quelle: consilium live des Unternehmens InfectoPharm, Dresden, 2013