Medical Tribune
16. Dez. 2013Chronische metabolische Azidose durch Fleisch?

Steigert hohe Säurelast 
das Diabetes-Risiko?

Französische Wissenschaftler untersuchten anhand der EPIC*-Kohorte den Einfluss der alimentären Säurebelastung auf den Zuckerstoffwechsel. Ein Kollektiv von mehr als 66 000 Frauen wurde über 14 Jahre beobachtet, 372 Probandinnen entwickelten in diesem Zeitraum einen Typ-2-Diabetes.

Diabetes-Gefahr durch Ernährung minimieren

Bei der genaueren Auswertung zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang mit der Zusammensetzung der Ernährung. Frauen aus der Quartile mit dem höchsten säurebildenden Potenzial (viel Fleisch, wenig Obst und Gemüse) wiesen im Vergleich zur niedrigsten Quartile ein um 56 % höheres Risiko für einen Typ-2-Diabetes auf.

Am stärksten ausgeprägt war der säurebedingte Risikoanstieg mit 96 % bei den normalgewichtigen Probandinnen, Frauen mit etwas mehr Pfunden kamen auf ein Plus von 28 % – in beiden Kollektiven liess sich ein signifikanter Trend nachweisen. Ausserdem war der Zusammenhang unabhängig von anderen Risikofaktoren für Diabetes. Weitere Studien sollen nun klären, ob eine Diät mit geringer Säurebelastung präventiv wirkt.

*European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition
Guy Fagherazzi et al., Diabetologia 2013; online first