Medical Tribune
17. Nov. 2013Baby stillen

Auch Mütter mit Epilepsie dürfen stillen

Norwegische Neurologen analysierten die Daten von fast 80 000 Müttern, 223 dieser Frauen hatten in der Schwangerschaft Antiepileptika eingenommen. Die Kinder der epilepsiekranken Frauen waren bereits im Alter von einem halben Jahr doppelt so häufig in ihrer feinmotorischen Entwicklung zurückgeblieben wie die Sprösslinge gesunder Mütter.

Benötigte die Patientin mehrere Wirkstoffe zur Anfallskontrolle, vervierfachte sich das Risiko für motorische Defizite und zudem waren die Kinder auch vermehrt in ihren sozialen Fähigkeiten gestört. Stillen wirkte sich dagegen positiv aus: Mit Brustmilch gefütterte Babys von Epileptikerinnen waren mit sechs und 18 Monaten weniger beeinträchtigt als mit der Flasche aufgezogene.

Vermehrt Defizite unabhängig von Ernährung des Kindes

Allerdings verlor sich dieser Effekt wieder: Im Alter von drei Jahren zeigten Kinder mit intrauteriner Antikonvulsiva-Exposition vermehrt Defizite – unabhängig von der Ernährung im Säuglingsalter. 

Quelle: Gyri Veiby et al., JAMA Neurol 2013; online first