Medical Tribune
24. Nov. 2013Entwicklung einer Young-onset Dementia

Risiken für frühe Demenz sind leicht vermeidbar

In die Untersuchung wurden alle Wehrpflichtigen aufgenommen, die zwischen 1969 und 1979 im Alter von 18 Jahren zur Musterung kamen. Ziel der Analyse war es, Risikofaktoren für die Entwicklung einer Young-onset Dementia (YOD, Beginn vor dem 65. Lebensjahr) herauszuarbeiten.

Zur Basisuntersuchung gehörten bei den mehr als 480 000 Studienteilnehmern eine gründliche körperliche und neuropsychologische Begutachtung sowie die Erhebung der Familien-, Medikamenten- und Genussmittelanamnese. Im Verlauf des im Mittel 37-jährigen Follow-Ups erkrankten 487 Männer an YOD.

Genetische Faktoren wurden bisher überschätzt

Als Risikofaktoren konnten die Forscher die im Kasten genannten acht Variablen identifizieren. Wenn mehrere Risiken zusammenkamen, vervielfachte sich die Demenzgefahr.

Im Gegensatz zu frühe­ren Annahmen ist die genetische Komponente wohl wenig bedeutsam, so die Studienautoren. Nur bei 4 % der YOD-Betroffenen war der Vater an Demenz erkrankt. Kognitive Einbussen bei der Mutter spielten keine Rolle.

Im Gegensatz dazu waren beeinflussbare Variablen, wie Alkohol­abu­sus und Medikamenteneinsatz, wichtiger als angenommen, erklären die Wissenschaftler. Damit könnte man wahrscheinlich schon im jugendlichen Alter die Demenzentwicklung bremsen.

Quelle: Peter Nordström et al., JAMA intern Med 2013; online first