Antibiotikum für Katheterträger?
Eine Antibiotikaprophylaxe vor dem Ziehen des Blasenkatheters scheint zumindest Patienten mit kurzfristiger Harnableitung (maximal 14 Tage) sinnvoll zu sein. Zu diesem Ergebnis kommen amerikanische Forscher in einer Metaanalyse von sieben zumeist kontrollierten Studien.
Drei dieser Untersuchungen hatten ermittelt, dass eine Prophylaxe die Wahrscheinlichkeit eines Harnwegsinfekts nach Katheterextraktion verringert. In den übrigen vier Arbeiten war dagegen kein Vorteil des Antibiotikaeinsatzes nachweisbar.
Antibiotikaprophylaxe senkt HWI-Risiko um die Hälfte
Die gepoolte Analyse bewegte die Waagschale zugunsten der Prävention: Danach senkt die antiinfektive Therapie das HWI-Risiko absolut um 5,8 % – in der Verumgruppe erkrankten 4,7 %, in der Kontrollgruppe mit 10,8 % fast doppelt so viele. Um bei der Extraktion von Blasenkathetern einen Harnwegsinfekt zu verhindern, müsste man nach dieser Analyse 17 Patienten ein Antibiotikum geben.
Quelle: Jonas Marschall et al., BMJ 2013, online first