Medical Tribune
22. Juli 2013Alzheimer-Patienten leiden häufig unter Schlafstörungen

Frühe Alzheimer-Diagnose durch Somnographie?

US-Kollegen bestimmten bei 145 kognitiv Gesunden die Aβ-42-Level im Liquor – erniedrigte Werte gelten als Hinweis auf Amyloidablagerungen. Zudem ermittelten sie zwei Wochen lang die Wach- und Schlafphasen der Probanden via Aktigraphie und zogen Rückschlüsse auf die Schlafqualität. Diese wurde über Effizienz (prozentualer Anteil der tatsächlichen Schlafzeit im Bett) und Quantität (totale Schlafzeit) definiert.

Bei 22,5 % der Probanden lagen Amyloidablagerungen vor. Diese Gruppe wies eine schlechtere Schlafeffizienz (80,4 vs. 83,7 %) auf. Bezüglich der Quantität fanden sich keine Unterschiede. Diejenigen mit Ablagerungen neigten tagsüber zum häufigeren Einnicken (an mindes­tens drei Tagen die Woche).

Demenz als Folge des Schlafproblems?

Schlafmessungen könnten als Marker der Gehirnfunktion dienen, was schnellere und frühere Studien zur Therapie präklinischer Alzheimer-Stadien ermöglichen würde. Allerdings besteht auch die Vermutung, dass Schlafstörungen selbst zu Amyloidablagerungen führen. Auch in diesem Fall wäre die frühe Entdeckung natürlich hilfreich, um Risikopatienten zu identifizieren.

Quelle: Yo-El S. Ju et al., Jama Neurol 2013; 70: 587-593