Durchfälle vom Säurehemmer?
Professor Dr. Peter Layer vom Israelitischen Krankenhaus in Hamburg glaubt, dass die verbreitete Verordnung von Protonenpumpenhemmern einen noch grösseren Einfluss auf eine Infektion mit Clostridien haben könnte.
Langfristige PPI-Einnahme verdoppelt Clostridien-Risiko
Einer Metaanalyse mit mehr als 300 000 Patienten zufolge verdoppelt eine PPI-Dauertherapie fast das Risiko für eine C.-difficile-Kolitis (OR 1,7). Wird ein Patient mit PPI und Antibiotikum behandelt, vervierfacht sich das relative Risiko. Weniger ausgeprägt scheint das Problem mit H2-Blockern zu sein (OR für eine C.-difficile-Kolitis 0,7).
Protonenpumpenhemmer nur als Bedarfstherapie
Als Konsequenz forderte Prof. Layer, Protonenpumpenhemmer bei "weichen" Indikationen wie der Dyspepsie vorzugsweise intermittierend oder als Bedarfstherapie einzusetzen und mit einer langfristigen Gabe vorsichtig zu sein. Eventuell kommt im Einzelfall auch eine Umstellung auf H2-Blocker infrage.