7. Aug. 2023Nach der Diagnose ist Eile geboten

Brustkrebs-OP nach mehr als acht Wochen kostet Lebenszeit

Wenn die Diagnose Brustkrebs steht, sollten Patientinnen rasch operiert werden. Denn vergehen mehr als zwei Monate, sinkt die Fünf-Jahres-Überlebensrate. Das zeigt eine amerikanische Untersuchung.

Nach einer Brustkrebs-Diagnose sollte die Therapie so schnell wie möglich beginnen.
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Nach einer Brustkrebsdiagnose sollte die operative oder neoadjuvante Therapie so schnell wie möglich beginnen.

Für ihre Studie griffen die Autoren auf Daten des nationalen Krebsregisters zurück. Insgesamt 373.334 Patientinnen mit Brustkrebs-Erstdiagnose zwischen den Jahren 2010 und 2014 (Follow-up: 2019) wurden eingeschlossen. Ihr medianes Alter lag bei 61 Jahren.

Zeitpunkt der OP hing auch vom Verfahren ab

Im Median fand die Operation an Tag 30 statt. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate betrug 90 Prozent.
Die Patientinnen mit OP in Woche 9 (57–63 Tage) oder später hatten jedoch eine signifikant bessere Fünf-Jahres-Sterberate (Hazard Ratio 1,15), als Frauen, die in den ers­ten vier Wochen operiertert wurden.

Innerhalb der ersten 56 Tage nach der Brustkrebs-Diagnose zeigte sich dagegen kein signifikanter Zusammenhang zwischen OP-Zeitpunkt und Gesamtüberleben. Massgeblicher Faktor für das Outcome waren die Tumoreigenschaften. Einfluss auf die Terminierung des Eingriffs hatte unter anderem die OP-Technik: Rekonstruktive Operationen wurde median an Tag 38 durchgeführt, nichtrekonstruktive an Tag 29. Als Ursache dafür vermuten die Autoren die für die Rekonstruktion aufwendigeren Vorbereitungen.

Frauen unter 45 und mit niedrigem sozioökonomischen Status später operiert

Zudem gibt es für spätere Eingriffe offenbar zwei weitere Gründe. Frauen mit einem Alter unter 45 Jahren hatten im Vergleich zu älteren Patientinnen ein grösseres Risiko, spät operiert zu werden (Odds Ratio, OR, 1,64, Tag 61–74). Das Gleiche galt für Betroffene mit einem niedrigen sozioökonomischen Status.

Dass Versicherte im amerikanischen Medicaid-Programm (OR 2,13, Tag 61–74) und Patientinnen ohne Krankenversicherung spätere OP-Termine erhielten, muss den Autoren zufolge genauer evaluiert werden. Die Therapie sollte für alle Patientinnen so früh wie möglich und so umfassend wie nötig beginnen.

Ziel nicht die schnellere, sondern die beste Brustkrebs-Behandlung

Doch ein schneller OP-Termin dient nicht per se der besseren Versorgung, warnt Onkologin Dr. Rita ­Mukhtar von der University of California in San Francisco. Ziel sollte nicht die schnellere, sondern vor allem die beste Behandlung sein. Dazu gehöre es, vor einer OP die­jenigen Patientinnen zu identifizieren und gegebenfalls zu behandeln, die auf neoadjuvante Therapien ansprechen könnten.

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