1. Juni 2023Drei Fastentage pro Woche reduzieren HbA1c-Werte bei Typ-2-Diabetes

Intervallfasten verbessert die Blutzuckerkontrolle

Intervallfasten erfreut sich als Variante der «klassischen» kalorienreduzierten Diäten zunehmender Beliebtheit. Doch eignet sich diese Methode auch als Abnehm­alternative für insulinpflichtige Patienten mit Typ-2-Diabetes? Das prüfte eine österreichische Forschergruppe.

Intervallfasten kann die Blutzuckerkontrolle bei Diabetes verbessern.
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Intervallfasten kann die Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetikern verbessern.

Ein Hindernis stelle bei solchen Diäten immer das Risiko einer Hypoglykämie während der Fastenperioden dar, schreiben Dr. ­Anna ­Obermayer von der Medizinischen Universität Graz und Kollegen (1). Die Wissenschaftler erhofften sich durch eine Studie mehr Klarheit hinsichtlich Sicherheit und Machbarkeit von intermittierendem Fasten bei Typ-2-Diabetes.

HbA1c sank während der zwölfwöchigen Diät

Knapp die Hälfte der 46 teilnehmenden Diabetiker folgte dafür an drei nicht zusammenhängenden Wochentagen einem 18-6-Fastenrhythmus. Die maximal aufgenommene Kalorienmenge innerhalb des sechsstündigen Essintervalls (Frühstück und/oder Mittagessen) durfte 25 Prozent des empfohlenen Tagesbedarfs nicht überschreiten. An den restlichen Tagen gab es keinerlei Einschränkungen. Das Insulinprotokoll der Teilnehmer wurde für die Fastentage angepasst und ihr Blutzuckerspiegel während der gesamten Studiendauer eng überwacht.

Die Therapie zeigte Erfolg: Am Ende der zwölfwöchigen Untersuchungszeit war der durchschnittliche HbA1c-Wert in der Interventionsgruppe um rund 0,66 Prozentpunkte gesunken, während er sich bei den Teilnehmern in der Kontrollgruppe nicht verändert hatte.

Durch das kalorienreduzierte Essverhalten hatten die fastenden Patienten ausserdem im Mittel fast fünf Kilogramm an Gewicht verloren. Ihre Insulindosen konnten um durchschnittlich neun Einheiten pro Tag reduziert werden. Die Kontrollen nahmen dagegen leicht zu und benötigten täglich durchschnittlich vier Einheiten mehr Insulin im Vergleich zum Studienbeginn.

40 Prozent erreichten gute Verbesserungen

Immerhin 40 Prozent der Diätgruppe erreichten den kombinierten Endpunkt, bestehend aus:

  • Gewichtsabnahme um ≥ 2%
  • Verringerung der Insulindosis um ≥ 10% sowie
  • Reduktion des HbA1c um ≥ 3 mmol/mol.

Von den fünf schweren negativen Ereignissen im Untersuchungszeitraum stand keines in Zusammenhang mit der Intervention im Rahmen der Studie. Intervallfasten ist eine sichere und machbare Option für insulinpflichtige Personen mit Typ-2-Diabetes, schlussfolgern die Autoren.

Dabei ist wichtig, dass Teilnehmer und medizinisches Fachpersonal über die Anpassungen der Insulindosen während der Fasten­perioden Bescheid wissen.

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