Medical Tribune
24. Aug. 2023Gute Freunde, gutes Essen, ausreichende Ruhepausen

Mediterraner Lebensstil senkt Sterberisiko um ein Drittel

Die Mittelmeer-Diät ist offenbar nicht der einzige Faktor, warum Menschen im mediterranen Raum länger leben. Eine neue Studie kommt zum Schluss, dass auch Menschen, die nicht im Mittelmeerraum leben, ihr Sterberisiko mit einem mediterranen Lebensstil reduzieren können. Dabei spielten besonders Sport, Sozialkontakte und genug Schlaf eine grosse Rolle.

Ein mediterraner Lebensstil verlängerte in einer neuen Studie auch das Leben von Briten.
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Zahlreiche Studien befassten sich bereits mit den enormen gesundheitlichen Vorteilen, die mediterrane Ernährung und Lebensstil mit sich bringen. Meistens wurden diese jedoch auch im Mittelmeerraum durchgeführt.

Zu leben «wie am Mittelmeer» ist auch anderswo von Vorteil, betont die Leiterin einer neuen Untersuchung (1), Mercedes Sotos Prieto, La Universidad Autonoma de Madrid. «Menschen in anderen Bereichen der Welt können mit lokal verfügbaren Lebensmitteln und im eigenen kulturellen Umfeld eine mediterrane Ernährungsweise und Lebensweise pflegen.»

Viel Gemüse, wenig Salz, häufige Sozialkontakte

Die Studie, die Mitte August im Journal Mayo Clinic Proceedings erschien, untersuchte die Gewohnheiten von insgesamt 110.799 Probanden der UK-Biobank-Kohorte. Die Teilnehmer waren britische Einwohner zwischen 40 und 75 Jahren. Sie hatten Angaben zu ihrem Lebensstil und ihrer Ernährungsweise gemacht. Diese wurden mit den Vorgaben des MEDLIFE-Index verglichen, der den Grad der mediterranen Lebensweise misst.

Dabei wurden drei Kategorien unterteilt:

  1. Verzehr von mediterranen Lebensmitteln (z.B: Gemüse, Vollkorngetreide, Nüsse, Fisch)
  2. Mediterrane Essgewohnheiten (wenig Salz, wenig Zuckerzusätze)
  3. Bewegung, Ruhepausen (mindestens 8 Stunden Schlaf, Nickerchen), soziale Gewohnheiten und Geselligkeit

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von neun Jahren waren 4.247 der ursprünglichen Teilnehmer verstorben. 2.401 davon verstarben an Krebs, 731 an einer kardiovaskulären Erkrankung.

Hatten die Teilnehmer dabei hohe Werte im MEDLIFE-Score erzielt (höchstes Quartil), hatten sie ein um 29 Prozent geringeres Risiko für Tod aufgrund aller Sterbeursachen als Teilnehmer des untersten Quartils. Auch ihr krebsbezogenes Mortalitätsrisiko war um 28 Prozent geringer.

Sport und Sozialkontakte wichtigste Faktoren am mediterranen Lebensstil

Dabei war es nicht notwendig, alles richtig zu machen: Jede einzelne der drei MEDLIFE-Kategorien war unabhängig mit einer geringeren Gesamt- und Krebsmortalität verbunden. Den stärksten Einfluss auf das Sterberisiko hatte die dritte Kategorie der Bewegung, Ruhepausen und sozialen Gewohnheiten. Wie viel Teilnehmer also zu Fuss gingen statt mit dem Auto zu fahren, mit Freunden ausgingen, und schliefen (2), war in der Studie am stärksten mit einem langen Leben assoziiert.