Medical Tribune
25. Nov. 2022Auswege aus der Inkontinenz

Stuhlinkontinenz: Gezielt nachfragen

Stuhlinkontinenz ist immer noch ein Tabu. Viele Betroffene kontaktieren ihren Arzt erst, wenn sich die Symptome nicht mehr verdrängen lassen. Eine unnötige Qual, denn von der Ernährungsumstellung über Medikamente bis hin zur Physiotherapie für den Darm gibt es wirksame Therapiemöglichkeiten.

Gegen Stuhlinkontinenz kann man heute einiges tun
azatvaleev/gettyimages

Als inkontinent gilt ein Patient, der seit mindestens einem Monat an permanent oder rezidivierend unkontrolliertem Stuhlabgang leidet. Dabei ist zwischen der passiven Form (unkon­trollierter, unbemerkter Verlust) und der Drang-Inkontinenz mit verkürzter Vorwarnzeit zu differenzieren (1).

Da die Patienten häufig nicht von selbst auf ihr Problem zu sprechen kommen, sollte man die Inkontinenz gezielt erfragen. Wichtig ist eine detaillierte Anamnese der Beschwerden einschliesslich potenziell störender Medikamente. Ausserdem muss man neurodegenerative Erkrankungen (z.B. Demenz) und gastrointestinale Störungen (M. Crohn etc.) ausschliessen. Bei Frauen sind gynäkologische Ursachen (Beckenbodensenkung, Z.n. Episiotomie oder Dammriss) zu eruieren.

Nötig sind Rekto-, Prokto- und ggf. Ileoskopie

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