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Effektivität, Nebenwirkungen, Timing

Essenzieller Tremor: Neue Therapien im Vergleich

Die tiefe Hirnstimulation und der MRT-gestützte fokussierte Ultraschall sind gute neue Optionen in der Therapie des essenziellen Tremors. Was sie gemeinsam haben: Für eine gute Effektivität kommt es auf den richtigen Zielpunkt an.

Nahaufnahme einer Operation, während welcher Stimulationselektroden implantiert werden

Bevor die THS starten kann, müssen die Stimu­lationselektroden im Zielgebiet implantiert werden.

Bei der Therapie des essenziellen Tremors (ET) mit tiefer Hirnstimulation (THS) ist bislang nicht abschliessend geklärt, welcher Zielpunkt der Beste ist, erklärt Professor Dr. Michael Thomas Barbe von der Klinik für Neurologie der Uniklinik Köln (1). Es scheint so, dass die Stimulation der posterioren subthalamischen Region der des Nucleus ventralis intermedius (VIM) überlegen ist.

Symptomreduktion abhängig vom THS-Zielgebiet

Eine Auswertung von Daten von fünf deutschen und schweizerischen Zentren zeigte allerdings die höchste Symptomreduktion (bis 100%) bei Stimulation im Bereich des cerebellothalamischen Trakts, berichtet der Neurologe. Mittlerweile wurde der dentato-rubro-thalamische Trakt unterhalb des VIM als neues wichtiges Zielgebiet etabliert.

Die hochfrequente Stimulation dieser Verbindung zwischen dem Nucleus dentatus des Kleinhirns und dem Thalamus reduziert die neuronale Weiterleitung in den motorischen Kortex. Prospektive Studien zu dieser Zielstruktur fehlen allerdings noch, gab Prof. Barbe zu bedenken.

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