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In der Schwangerschaft beim Kaffee wachsam sein

Bereits 50 mg Koffein pro Tag beeinflussen fetale Entwicklung

Tasse Espresso mit Kaffeebohnen, Beutel, Schaufel und Dampf auf rustikalem hölzernem Hintergrund

Schwangeren wird empfohlen, nicht mehr als 200 mg Koffein täglich zu konsumieren. Doch schon wesentlich geringere Mengen scheinen die fetale Entwicklung zu beeinflussen.

Selbst relativ geringe tägliche Koffeinmengen von unter 200 mg während der Schwangerschaft sind mit geringerem Geburtsgewicht, Kopfumfang und Körperlänge bei den Neugeborenen assoziiert. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen Kohortenstudie. Die Untersuchung bestätigt damit bereits vorliegende systematische Reviews, in denen sich ebenfalls keine «sicheren» Grenzen für die Koffeinzufuhr während der Schwangerschaft finden liessen.

Konsum wurde gemessen und nicht nur abgefragt

Bisher bestanden die grössten Unsicherheiten hinsichtlich der Erfassung der Koffeinzufuhr – oft per Fragebogen. Zudem wurden andere Faktoren wie Zigarettenrauchen häufig nicht berücksichtigt oder genetische Metabolisierungsvarianten nicht untersucht. So liess sich z.B. nicht ausschliessen, dass Schwangere mit einer schnellen hepatischen Metabolisierungsrate in sehr kurzer Zeit grössere Mengen von Koffeinmetaboliten wie Paraxanthin produzieren, die sich negativ auf die Kindesentwicklung auswirken können.

Diese Umstände wurden in der neuen Studie mit 2055 gesunden Schwangeren berücksichtigt. Dr. Jessica Gleason von den National Institutes of Health in Bethesda und ihre Kollegen hatten die Frauen nicht nur nach dem Koffeinkonsum gefragt. Zusätzlich ermittelten sie die Koffein- und Paraxanthin-Plasmakonzentrationen in den Schwangerschaftswochen 10–13 und über das Vorliegen einer spezifischen Genvariante eine schnellere Koffein-Metabolisierungsgeschwindigkeit. Als Vergleich dienten Schwangere, die auf Koffein verzichteten.

Die Ergebnisse zeigen eine dosisabhängige Assoziation zwischen Koffeinkonsum und kleineren bzw. leichteren Neugeborenen – bereits ab 50 mg/d. Der schnellere Metabolismus-Genotyp hatte keinen Einfluss auf die Resultate.

Gleason JL et al. JAMA Netw Open 2021; 4: e213238; doi: 10.1001/ jamanetworkopen.2021.3238.

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