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Maria Weiß, Foto: thinkstock

Mit Parkinson aufs Laufband

Amerikanische Forscher untersuchten bei 67 Parkinson-Patienten mit Gehstörungen drei verschiedene Trainingsverfahren: Zwei Gruppen unterzogen sich einem Laufbandtraining, entweder intensiv (30 min bei 70 bis 80 % der Herzfrequenz-reserve) oder eher locker (50 min bei 40 bis 50 % der Herzfrequenzreserve). Die dritte Gruppe trainierte die Beinmuskeln mit Dehnungs- und Widerstandsübungen an Geräten.

Trainiert wurde dreimal in der Woche über drei Monate. Dadurch verlängerte sich die zurückgelegte Strecke im 6-Minuten-Gehtest zwischen 6 und 12 % – ohne signifikante Unterschiede zwischen den drei Gruppen. Mit dem Laufband-Training nahm zudem unabhängig von der Intensität auch die kardiovaskuläre Fitness zu. Verbesserungen der Muskelkraft registrierte man dagegen nur unter dem Gerätetraining.

Parkinson: Laufbandtraining plus Gerätetraining bei beginnender Gehstörung

Es ist also durchaus sinnvoll, Parkinson-Patienten mit beginnender Gehstörung eine Trainingstherapie zu empfehlen. Die besten Ergebnisse lassen sich nach Meinung der Autoren wahrscheinlich erzielen, wenn man ein Laufbandtraining mit einem Gerätetraining zur Steigerung der Muskelkraft kombiniert. Dr. Liana Rosenthal von der Johns Hopkins Universität in Baltimore weist in ihrem Kommentar noch auf einen weiteren positiven Effekt hin: Durch das Training bekommt der Patient den Eindruck, auch selbst etwas gegen die Krankheit tun zu können, und das Selbstwertgefühl wird gestärkt.

Quelle: 1. Lisa M. Shulman et al., Arch Neurol 2012; online first; 2. Liana Rosenthal et al., a.a.O.

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