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Maria Weiß, Foto: thinkstock

Hirnläsionen bei Migräne irrelevant

In der Ursprungsstudie aus dem Jahr 2000 fand man bei Migräne-Patienten eine erhöhte Prävalenz von Hyperintensitäten der tiefen weißen Substanz, infratentoriale Hyperintensitäten und infarktähnliche Läsionen der posterioren Versorgungsgebiete. Neun Jahre später schaute das Team um Dr. Inge H. Palm-Meinders von der Radiologischen Abteilung der Universitätsklinik Leiden, was aus den damals gefundenen Läsionen wurde.

Migräne-Patienten: Läsionen im MRT nachgewiesen

Von den 145 untersuchten Frauen mit Migräne wiesen 77 % eine Progression der Hyperintensitäten in der tiefen weißen Substanz auf. Diese Rate war deutlich höher als in der Kontrollgruppe mit 60 % (OR 2,1).

Die anderen Veränderungen* waren bei Migränepatienten zwar ebenfalls häufiger – die Assoziation erreichte aber keine Signifikanz. Bei den relativ wenigen Männern in dieser Studie gab es überhaupt keine Assoziation zwischen dem Kopfschmerzleiden und der Progression der Läsionen.

Kognitiver Abbau nicht zu befürchten

Weder Frequenz noch Schweregrad der Migräneattacken waren in irgendeiner Weise mit der Progression der Läsionen assoziiert. Gleiches galt für den Typ der Migräne und die gewählte Therapie. Außerdem zeigten die niederländischen Kollegen, dass kein Zusammenhang zwischen der Zunahme des Hyperintensitätsvolumens der tiefen weißen Substanz und einer Abnahme kognitiver Fähigkeiten bestand.

Es sieht zurzeit also eher so aus, als seien die MRT-Befunde klinisch nicht relevant. Da die Patientinnen mit einem mittleren Alter von 57 Jahren aber noch relativ jung sind, wird man sie weiter im Auge behalten müssen.

* infratentoriale Hyperintensitäten und infarktähnliche Läsionen der posterioren Versorgungsgebiete

Quelle: Inge H. Palm-Meinders et al., JAMA 2012; 308: 1889-1897

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