Medical Tribune
29. März 2013Krebspatienten

Leukämie durch Chemotherapie

Auch moderne Chemotherapieformen können eine akute myeloische Leukämie auslösen. Diese Komplikation ist zwar selten, endet aber häufig tödlich.

Therapie-induzierte akute myeloische Leukämie durch Chemo?

Um das Risiko für eine therapie-
induzierte akute myeloische Leukämie (tAML) genauer zu erfassen, fahndeten amerikanische Wissenschaftler in neun regionalen amerikanischen Krebsregistern nach einschlägigen Diagnosen. Von den mehr als 426 000 Erwachsenen, die zwischen 1975 und 2008 eine Chemotherapie erhalten hatten, erkrankten 801 an einer tAML. Dies waren fast fünfmal so viele Fälle, wie in der Allgemeinbevölkerung zu erwarten gewesen wären – ein Unterschied, der sich als hochsignifikant erwies.

Es zeigten sich deutliche Risikounterschiede in Abhängigkeit von der Art des Malignoms. Für Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom stieg die Gefahr, eine tAML zu entwickeln, während des Studienzeitraums – wahrscheinlich aufgrund des zunehmenden Einsatzes von Chemotherapeutika bei dieser Diagnose.

tAML durch Zytostatikatherapie bei Mamma-Ca und Hodgkin-Lymphom?

Für das Ovarialkarzinome, Myelom und eventuell auch Bronchialkarzinom beobachtete man dagegen einen Rückgang. Uneinheitlich war das Bild beim Mammakarzinom und beim Hodgkin-Lymphom. Durch zunehmende Zytostatikabehandlung besteht mittlerweile auch ein Risiko bei Ösophagus-, Zervix-, Prostata- und möglicherweise Analkarzinomen.

Quelle: Lindsay M. Morton et al., Blood 2013; online first