Medical Tribune
29. Mai 2013

Dauerschnupfen, Allergietest negativ: Nasensekret testen!

Die allergische Rhinitis ist mit Abstand die häufigste Ursache eines chronischen Schnupfens. Man schätzt, dass 20 bis 40 % der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens daran erkranken. Gleichzeitig besteht eine hohe Komorbidität mit anderen allergischen Leiden.

Nachgewiesen wird die allergische Rhinitis durch die typische Anamnese, einen positiven Hauttest und die Detektion von spezifischem IgE im Serum. Fallen diese Tests alle negativ aus, wurde der Dauerschnupfen bisher als “nicht allergische Rhinitis” klassifiziert. Zu diesem Sammelbegriff zählen sowohl Formen mit bekannter Ätiologie, wie etwa die vasomotorische Rhinitis, als auch die grosse Gruppe der “idiopathischen Rhinitiden”, die etwa zwei Drittel der Fälle ausmachen.

Lokale allergische Rhinitis oft falsch diagnostiziert

Eine Sonderform der allergischen Rhinitis wurde bisher wahrscheinlich regelmässig falsch zugeordnet, schreibt Professor Dr. Ludger 
Klimek vom Zentrum für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden. Bei der “lokalen allergischen Rhinitis” fallen Serumdiagnostik und Hauttest negativ aus – trotzdem reagiert die Nasenschleimhaut des Patienten allergisch und die Betroffenen zeigen typische Symptome der allergischen Rhinitis sowie Juckreiz, Niesen, Rhinorrhö und Obstruktion.

Bei natürlicher Allergenexposition lassen sich im Nasensekret spezifische IgE-Antikörper, Zellprodukte von T-Helferzellen Typ 2 sowie Tryptase und ECP (eosinphiles kationisches Protein) nachweisen. Diagnostisch können nasale Provokationstests mit verdächtigen Antigenen und nachfolgender Untersuchung des Nasensekrets weiterhelfen.

Glukokortikoide gegen den allergischen Dauerschnupfen

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen allergischer und nicht allergischer Rhinitis vor allem wegen der unterschiedlichen Therapieansätze, betonte Prof. Klimek. Ebenso wie die “richtige” allergische Rhinitis wird auch die lokale Form mit topischen Glukokortikosteroiden, topischen und systemischen Antihistaminika sowie mit anderen Anti­allergika behandelt. Ob die Patienten mit einer lokalen allergischen Rhinitis von einer spezifischen Immuntherapie profitieren, wird zurzeit noch untersucht.

Quelle: Ludger Klimek et al., HNO 2013; 61: 
217-223