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Kolonkarzinom

Neoadjuvant durchgeführte Chemotherapie verbessert Krankheitskontrolle

Eine neoadjuvante Chemotherapie ist der adjuvanten beim Kolonkarzinom überlegen.

Die seit 2008 laufende FOxTROT-Studie untersuchte, ob es das Rezidivrisiko bei Kolonkarzinomen senken kann, wenn die Chemotherapie statt postoperativ neoadjuvant vor der Operation durchgeführt wird.  Nun sind die Daten reif, und zeigen, dass eine neoadjuvante der postoperativen Chemotherapie überlegen sein könnte.

Bis zu ein Drittel der Patienten erleiden in den zwei bis drei Jahren nach der chirurgischen Entfernung eines Kolonkarzinoms ein Rezidiv. Um das zu vermeiden, wird aktuell standardmässig nach der Operation eine Chemotherapie durchgeführt, die Krebszellen eliminieren soll, die sich vor der Operation abgesiedelt haben. Von anderen gastrointestinalen Tumorentitäten wie dem Ösophaguskarzinom ist aber bereits bekannt, dass bessere Behandlungsergebnisse zu erwarten sind, wenn eine solche Chemotherapie präoperativ oder neoadjuvant durchgeführt wird.

Die seit 2008 laufende Phase-III-Studie FOxTROT zeigt nun in einer kürzlich im Journal of Clinical Oncology erschienenen Veröffentlichung (1), dass Kolonkarzinomopatienten, die vor und nach ihrer Operation eine neoadjuvante Chemotherapie mit Fluorouracil und Oxaliplatin erhielten, eine um 28 Prozent niedrigere Zweijahres-Rezidivrate hatten als bei einer postoperativ durchgeführten Chemotherapie derselben Dauer.

Weniger Resterkrankung, weniger Rezidive

Insgesamt 1.053 Patienten aus 85 Spitälern in Grossbritannien, Dänemark und Schweden mit lokal fortgeschrittenen Tumoren (Stadium T3-4, N0-2, M0) wurden in die Studie eingeschlossen, und randomisiert in zwei Gruppen unterteilt. 699 Patienten erhielten die ersten sechs Wochen Chemotherapie vor der Operation, gefolgt von 18 Wochen weiterer Chemotherapie postoperativ.  Die restlichen 354 Patienten wurden per Standard behandelt, bestehend aus einer 24-wöchigen Chemotherapie direkt nach der Operation. Zusätzlich wurde bei der Hälfte der Gruppe der Patienten mit RAS-wildtyp-Tumoren während der neoadjuvanten Chemotherapie eine Behandlung mit dem EGFR-Inhibitor Panitumumab durchgeführt.

In der neoadjuvanten Behandlungsgruppe wurde nach der Operation ein höheres T- und N- Downstaging  beobachtet, sowie eine bessere histologische Tumorregression. Ausserdem kam es bei Patienten mit neoadjuvanter Behandlung häufiger zu einer histopathologischen Komplettresektion (94 vs. 89%, P < 0,01).  In der Gruppe der neoadjuvant behandelten Patienten wurden innerhalb von zwei Jahren ausserdem  seltener eine Resterkrankung oder ein Rezidiv festgestellt (16,9 vs. 21,5%, RR=0,72 [95%-KI: 0,54-0,98], P=0,037). Die Zugabe von Panitumumab zur neoadjvuanten Chemotherapie konnte keine Verbesserungen erzielen.

Wenn überhaupt, weniger unerwünschte Behandlungseffekte

Neben der Überlegenheit der neoadjuvanten Chemotherapie bei der Wirksamkeit zeigten die Daten kein erhöhtes Nebenwirkungsrisiko bei der präoperativen Verabreichungsvariante. Ausserdem erlitten neoadjuvant behandelte Patienten seltener schwere postoperative Komplikationen.

Zwei Folgestudien, FOxTROT-2 und FOxTROT-3 sollen nun klären, ob auch ältere Patienten von einer neoadjuvanten Chemotherapie profitieren, und ob der Zusatz von Irinotecan zu Oxaliplatin und Fluorouracil die Effektivität der Therapie steigern kann.

Referenz
  1. Morton D et al. Preoperative Chemotherapy for Operable Colon Cancer: Mature Results of an International Randomized Controlled Trial. J Clin Oncol. 2023 Jan 19:JCO2200046. doi: 10.1200/JCO.22.00046.
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