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Rezidivierte/refraktäre AML mit FLT3-Mutation

AML: Real-World- und Langzeitdaten für Gilteritinib

Gilteritinib ist bei Patienten mit refraktärer oder rezidivierter AML gut wirksam

Aufgrund der schlechten Prognose werden Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit rezidivierter/therapierefraktärer (r/r) FLT3-mutierter (FLT3mut+) akuter myeloischer Leukämie (AML) dringend gesucht. Das Zweijahres-Follow-Up der ADMIRAL-Studie, sowie Real-World-Daten zeigen dass der FLT3-Tyrosinkinase-Inhibitor Gilteritinib bei vielen vorbehandelten Patienten gut wirksam ist.

Am EHA-Jahreskongress 2022 präsentierte Dr. Shai Shimony, Dana Farber Cancer Institute, Boston, die Daten einer Real-World-Studie mit Gilteritinib.

12 von 25 Patienten erreichten vollständiges Ansprechen

In der Studie wurden 25 Patienten im Alter von median 58 Jahren aus sechs Zentren mit FLT3-mutierter rezidivierter oder refraktärer AML mit dem FLT3-Tyrosinkinase-Inhibitor Gilteritinib behandelt.1 80 Prozent hatten bereits eine intensive Induktionstherapie erhalten, 40 Prozent davon mit einem Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI).

Nach median sieben Monaten Behandlung mit Gilteritinib erreichten 12 Patienten (48%) ein vollständiges Ansprechen (CR). Das geschätzte mediane Gesamtüberleben (OS) der gesamten Kohorte betrug acht Monate (95% KI: 0–16,2) und war bei Patienten, die eine CR erreichten, signifikant höher als bei denen, die keine CR erreichten (16,3 Monate, 95% KI: 0–36,2 vs. 2,6 Monate, 95% KI: 1,47–3,7; p = 0,046).

In einer zusätzlichen multivariaten Cox-Regressionsanalyse war das Erreichen einer CR der einzige Prädiktor für ein längeres OS (HR = 0,33; 95% KI: 0,11–0,97, p = 0,044). Die vorherige TKI-Behandlung hatte keinen Einfluss auf das OS, aber offensichtlich auf das ereignisfreie Überleben (p = 0,016).

Der Vergleich zwischen Patienten, die mit Gilteritinib behandelt wurden und solchen, die eine intensive Chemotherapie-basierte Behandlung erhielten, ergab ähnliche Ansprechraten. Das mediane Überleben lag bei 9,6 Monaten bzw. 7 Monaten bei Gilteritinib bzw. den entsprechenden Kontrollgruppen (1).

Langzeitwirkung in der ADMIRAL-Studie

Die Phase-III-Studie ADMIRAL zeigte die Überlegenheit von Gilteritinib beim OS gegenüber den intensiven Chemotherapie-basierten Regimen. Die 371 Patienten waren 2:1 in einen Arm mit Gilteritinib und dem Kontrollarm randomisiert worden. Die Nachverfolgung der Studie über zwei Jahre nach der primären Analyse hat die Langzeitwirkung und die Sicherheit geprüft. Die Ergebnisse wurden in der Juni-Ausgabe 2022 von Blood publiziert. (2)

Die mediane Dauer des Follow-up betrug 37,1 Monate. Nach ≥ 2 Jahren lebten noch 49 von 247 Patienten im Gilteritinib- und 14 von 124 Patienten im Kontrollarm. Im Gilteritinib-Arm überlebten 26 Patienten ≥ 2 Jahre ohne Rückfall. 18 von ihnen hatten eine hämatopoetische Stammzelltransplantation erhalten, 16 Patienten starteten nach der Transplantation erneut mit Gilteritinib als Erhaltungstherapie.

Das mediane OS betrug für Gilteritinib 9,3 Monate vs. 5,6 Monate für die Kontrolle (p = 0,0013). Die geschätzten Zweijahresüberlebensraten betragen für Gilteritinb 20,6 Prozent, und 14,2 Prozent für den Kontrollarm.

Referenzen
  1. Shimony S et al. Gilteritinib monotherapy for relapsed/refractory FLT3 mutated acute myeloid leukemia: a real-world, multi-center, matched analysis. Ann Hematol. 2022 Sep;101(9):2001-2010. doi: 10.1007/s00277-022-04895-8
  2. Perl AE et al. Follow-up of patients with R/R FLT3-mutation-positive AML treated with gilteritinib in the phase 3 ADMIRAL trial. Blood. 2022 Jun 9;139(23):3366-3375. doi: 10.1182/blood.2021011583
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