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Fotoepilation

Worauf sollte man bei der Haarentfernung mit Laser und Blitzlicht achten?

Die Fotoepilation ist eine Methode zur langfristigen Entfernung der Haare, die in erfahrenen Händen sicher und effektiv ist. Allerdings sind nicht alle Haar- und Hauttypen gleich gut dafür geeignet. Bei Geräten für den Eigengebrauch stellt die unsachgemässe Anwendung eine Gefahr dar.

IPL-Systeme sind zwar kostengünstig, ­können aber bei unsachgemässem ­Gebrauch für Verbrennungen sorgen.

IPL-Systeme sind zwar kostengünstig, ­können aber bei unsachgemässem ­Gebrauch für Verbrennungen sorgen.

Glatte Beine gelten als Schönheitsideal. Der Goldstandard zur langfristigen Haarentfernung ist heutzutage die Anwendung von Lasergeräten oder hochenergetischen Blitzlampen (Intensed-Pulse-Light- oder kurz IPL-Systeme). Die Wirkung beruht auf der Fotothermolyse, denn Melanin im Haarschaft absorbiert das Licht bestimmter Wellenlängen. Die für das Haarwachstum zuständigen Stammzellen im äusseren Wurzelschaft werden durch die Hitze geschädigt, aber das umliegende Gewebe geschont, wie in einer aktuellen Übersichtsarbeit in der Zeitschrift «Phlebologie» zu lesen ist (1).

Allerdings sollte der Patient wissen, dass mit der Fotoepilation häufig nur ein partieller oder temporärer Effekt erzielbar ist. Ein halbes Jahr nach der Behandlung (in 4–6 Sitzungen) liegen die Haar-Reduktionsraten je nach Konstellation bei 30–70 Prozent. Deshalb sind in der Regel wiederholte Anwendungen erforderlich.

Diverse Kontraindikationen sind zu beachten

Die Fotoepilation ist in erfahrenen Händen sicher und effektiv. Dennoch sind diverse Kontraindikationen zu beachten: z.B. Infektionen im Behandlungsareal, Lupus erythematodes und die Neigung zu Keloiden. Die Therapie mit Retinoiden macht eine Auswaschphase von sechs bis zwölf Monaten erforderlich. Als Nebenwirkung der Epilation treten häufig perifollikuläre Ödeme und Erytheme auf, die Minuten bis Stunden anhalten. Auch mit leichten bis moderaten Schmerzen ist zu rechnen. Verbrennungen und Hypo- oder Hyperpigmentierungen sind zwar selten, sollten aber frühzeitig ggf. mit topischen Steroiden behandelt werden.

Mindestens vier Wochen vor der Therapie muss der Patient auf Epilationsmethoden mit Entfernung des Haarschafts (z.B. Wachsen) verzichten. Ausserdem ist mindestens sechs Wochen vor und nach der Laserbehandlung auf strikten UV-Schutz zu achten. Tätowierte Areale müssen ausgespart bleiben, da sonst schwere Verbrennungen drohen.

Bei hellen Hauttypen funktioniert es am besten

Optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fotoepilation bieten Patienten mit dunklen, dicken Terminalhaaren und hellem Hauttyp bei unauffälligem Hormonstatus. Bei dunklen Hauttypen besteht wegen des vermehrten epidermalen Melanins ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie Verbrennungen, Pigmentveränderungen und Narben.

Sehr feine, helle und rote Haare lassen sich wegen des Melaninmangels mit den bisherigen Laser- und IPL-Systemen kaum entfernen. Deshalb wird in diesen Fällen häufig die Elektroepilation bevorzugt. Erste Daten deuten darauf hin, dass auch eine Kombination von Radiofrequenz und IPL wirksam sein könnte.

Eigentherapie als kostengünstige Alternative

Wachsender Beliebtheit erfreuen sich Haarentfernungsgeräte für den Heimgebrauch. Sie bieten eine kos­tengünstige und einfach anwendbare Alternative zur professionellen Epilation. Allerdings ist auch die Wirkung etwas geringer. Die durchschnittliche Haarreduktionsrate liegt bei 40–60 Prozent. Das Problem der Eigentherapie liegt in der unsachgemässen Anwendung: Es besteht ein erhöhtes Risiko für Verbrennungen und Augenschäden.

Referenz
  1. Braun T et al. Das schöne, glatte Bein: Haarentfernung durch Laser und lichtbasierte Verfahren, Akt Dermatol 2022; 48: 30–35; doi: 10.1055/a-1719-7121
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