Home / Medizin / Myokarditis bei Covid-19-Genesenen

Nachtragendes Herz

Myokarditis bei Covid-19-Genesenen

Myokarditis Herz

Dass Covid-19 aufs Herz gehen kann, ist bekannt. Doch selbst Wochen nach der akuten Infektion finden sich bei manchen Patienten noch – grösstenteils temporäre – Veränderungen im Sinne einer Myokarditis.

Bei etwa einem Viertel der hospitalisierten Covid-­Patienten finden sich kardiovaskuläre Schäden. Unklar war bisher, ob sich auch bei Patienten mit durchgemachter leichter oder moderater Covid-19-Erkrankung Veränderungen im Myokardstoffwechsel und entzündliche Prozesse nachweisen lassen. Eine kanadische Studie ging dieser Frage in einer prospektiven Kohortenstudie bei 47 Patienten nach. Bei allen Teilnehmern war innerhalb der letzten drei Monate eine Infektion mit SARS-CoV-2 diagnostiziert worden, 85 Prozent durchliefen die akute Infektionsphase von zu Hause aus.

Acht Patienten wiesen Entzündungszeichen auf

Nach einem mittleren Intervall von 67 Tagen nach der Diagnose fanden Untersuchungen mittels kardialer Positronenemissionstomographie (PET) und MRI statt. Auch Entzündungsmarker wurden analysiert. Als Hinweis auf eine Myo­kardentzündung gilt die fokale Aufnahme des Markers Fluorodeoxyglukose (FDG) in der PET. Bei acht Patienten (17 %) wurde dies festgestellt. Sie wiesen im Vergleich zu den übrigen Patienten häufiger erhöhte T1- und T2-Werte sowie einen vergrösserten Extrazellulärraum auf. Auch ein Late-Gadolinium-Enhancement, eine niedrigere Ejektionsfraktion und ein schlechterer globaler longitudinaler und zirkumferenzieller Strain im Echo fanden sich bei ihnen häufiger. Die Entzündungswerte waren bei diesen Patienten ebenfalls höher als bei den anderen.

Unklar, was die Schädigung bedingt

Bei allen Patienten mit positivem PET wurden die Untersuchungen nach im Schnitt 52 Tagen wiederholt. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Veränderungen rückläufig oder verschwunden. Als mögliche Mechanismen, die den Myokardschäden zugrunde liegen können, nennen die Autoren durch die Infektion getriggerte Autoimmunreaktionen und direkte virale Effekte auf das Myokard.

Referenzen

Hanneman K et al. Combined Cardiac Fluorodeoxyglucose-Positron Emission Tomography/Magnetic Resonance Imaging Assessment of Myocardial Injury in Patients Who Recently Recovered From COVID-19. JAMA Cardiol. 2022 Mar 1;7(3):298-308. doi: 10.1001/jamacardio.2021.5505.

LOGIN