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Prix Galien 2021 Kategorie «Cancer»

Preisverleihung an Kymriah®

BASEL – In der Safran Zunft in Basel übergab Professor Dr. Christoph Renner, amtierender Präsident der Jury, den Prix Galien 2021 in der Kategorie «Cancer» an das Team von Novartis für Kymriah® (Tisagenlecleucel). In seiner Laudatio lobte der Zürcher Hämatologe besonders den Aspekt der Innovation. Kymriah® wurde als erste CAR-T-Zelltherapie überhaupt zugelassen und hat den Weg einer neuen Therapie-Ära gebahnt.

In diesem Jahr durfte der Prix Galien unter strenger Einhaltung der Corona-Auflagen stattfinden.

«Die erste Frage für uns in der Jury ist immer: Handelt es sich bei dem Präparat um ein innovatives Produkt und hat es einen neuen Wirkmechanismus?» Kymriah® ist ein patientenspezifisches Produkt: T-Zellen werden dem Körper entnommen, in ein Labor geschickt und dort wird per Gentransfer eine Antikörper-Domäne eingeschleust. Im Fall von Kymriah® ist es eine Antikörperdomäne, die an den Lymphomzellen andockt. Die CAR-T-Zellen werden dann dem Patienten reinfundiert.

Die Entwicklung hat mehrere Jahrzehnte gedauert. Der Immunologe Prof. Zelig Eshhar hat 1993 als erster den Begriff chimäre Antigen-Rezeptor-Positivität geprägt. Es dauerte allerdings noch 24 Jahre, bis Kymriah® 2017 in den USA zugelassen wurde. Die CAR-T-Zelltherapie ist ein hochkomplexer Prozess, in dem viele Einzelschritte involviert sind. «1993 wusste man eigentlich schon, wie es geht, aber der ganze Prozessaufbau hat sehr lange gedauert,» so Prof. Renner.

Emanuele Ostuni, Head of Cell & Gene Therapy Region Europe

Stefan Hendriks, Global Head Cell & Gene, Novartis Oncology

Prof. Dr. Christoph Renner, Onkozentrum Hirslanden (ZH), Präsident der Jury


Über den Prix Galien

Der national und international renommierte Prix Galien wird seit über 40 Jahren jährlich für besonders innovative Forschungsleistungen der Pharmaindustrie verliehen. Stifterin in der Schweiz ist die Medical Tribune. Bewerben können sich Pharmafirmen mit Präparaten, die mindestens seit einem Jahr auf dem Schweizer Markt zugelassen sind. Die Bewerbungen werden von einer nationalen Jury beurteilt, die aus Experten verschiedener Fachrichtungen besteht. Seit 2018 wird der Prix Galien Suisse in drei Kategorien ausgeschrieben: 1. Primary & Speciality, 2. Cancer, 3. Orphan Diseases.

Kymriah® deckt einen «unmet medical need» ab: In der Schweiz ist Kymriah® zugelassen für die Behandlung von pädiatrischen und jungen erwachsenen Patienten im Alter bis zu 25 Jahren mit akuter lymphatischer B-Zell-Leukämie (B-Zell-ALL), die refraktär, nach einer Transplantation rezidiviert oder nach zwei Therapielinien oder später rezidiviert ist sowie für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffus grosszelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) nach zwei oder mehr Linien einer systemischen Therapie.

von links: Prof. Christoph Renner, Dr. Petra Genetzky (Medical Tribune), Dr. Nicole Steinbach, Prof. Dr. Vera Luginbühl, Lukas Aeberhard und Rüdiger Schenk alle Fotos:  Marc Bornschein

Kymriah® deckt einen unmet medical need ab

«Ein Patient mit einem DLBCL hat einmal in seiner Behandlung die Chance, geheilt zu werden – in der Regel mit der ersten Therapie», erklärte Prof. Renner. Kommt es zu Rückfällen, nimmt die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich ab. «Die Patienten, die uns die grössten Probleme machen, sind diejenigen, die überhaupt nicht auf die Therapie ansprechen», so der Experte. Nicht diejenigen Patienten, die in der ersten Therapielinie ansprechen, sondern die rückfälligen Patienten und diejenigen, die schlecht oder nicht ansprechen, sind die Patienten, die einen ungedeckten medizinischen Bedarf haben.

Das Novartis-Team bei der feierlichen Preisverleihung in der Safran Zunft (Basel) freut sich über die Anerkennung für Kymriah®.

Prof. Renner schilderte einen Fall aus seiner Klinik: Eine 40-jährige Frau, ihr Mann verstarb vor ein paar Jahren an einem Lymphom, ist jetzt selbst an einem Lymphom erkrankt. Sie hat zwei Kinder und ist alleinerziehend. Insoweit besteht bereits ein hoher Bedarf für eine Heilung. Auf die Chemotherapie hat sie ein wenig, aber nicht lange angesprochen. Auf die Zweittherapie hat sie überhaupt nicht angesprochen. «Damit hatten wir Voraussetzung an die Krankenkasse heranzutreten, die erstaunlich schnell zugesagt hat», sagte Prof. Renner. Die Patientin konnte mit Kymriah® behandelt werden und ist jetzt zum ersten Mal bildgebend krebsfrei. Ihre Chance auf Heilung steigt mit jedem Monat, in dem dieser Zustand anhält.

Jury Prix Galien Suisse 2021

  • Prof. Dr. Christoph Renner, Zürich, Präsident der Jury
  • Prof. Dr. Dr. h. c. Walter F. Riesen, Diessenhofen, stellvertretender Jury-Präsident
  • Prof. Dr. Jürg Hans Beer, Baden
  • Prof. Dr. Reto W. Kressig, Basel
  • Prof. Dr. Jörg D. Leuppi, Liestal
  • Prof. Dr. Christian Ludwig, Basel
  • Prof. Dr. Georg Noll, Zürich
  • Prof. Dr. Thomas Szucs, Basel/Zürich

Kymriah® steht für eine Vielzahl von Produkten, die heute in Studien untersucht werden. Die Zahl dieser Studien wächst derzeit exponentiell. Prof. Renner: «Kymriah steht als eines der ersten Produkte in dieser Linie ganz weit am Anfang und ich möchte von Seiten der Prix-Galien-Jury ganz herzlich gratulieren und viel Erfolg für die Zukunft wünschen und dass wir möglichst viel Menschen heilen können.»

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