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Zweimal Sport pro Woche lindert negative Effekte der Androgendeprivation

Training gegen Nebenwirkungen

Norwich – Mehr Körperfett, metabolisches Syndrom, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fatigue: Die Nebenwirkungen einer Androgen­deprivationstherapie gefährden die Gesundheit und können die Lebensqualität der so Behandelten massiv einschränken. Durch begleitende aerobe Übungen und Krafttraining lässt sich einigen Risiken aber gut begegnen.

Britische Forscher untersuchten 50 Männer mit Prostatakrebs. Die eine Hälfte der Patienten startete zeitgleich zur Androgen­deprivation ein drei­monatiges Trainingsprogramm und begann, zweimal pro Woche für je 60 Minuten mit Anleitung Sport zu treiben. Nach zwölf Wochen endeten diese Übungen und die Männer sollten in einem selbstgewählten Mass weitertrainieren. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe erhielten dieselbe Androgendeprivation, aber keinerlei sportliche Anleitung. Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer betrug 72 Jahre; viele von ihnen waren übergewichtig und wiesen Komorbiditäten wie Hypertonie, kardiovaskuläre und muskuloskelettale Erkrankungen auf.

Herz-Kreislauf­-Risiko dauerhaft gesunken

Zwar wurde der primäre Studien­endpunkt – nämlich nach drei Monaten­ einen Unterschied in der Körperfettmasse der Männer nachzuweisen – verfehlt. Positive Effekte des Trainings zeigten sich aber an anderer Stelle. So beugte der Sport dem Verlust an kardiopulmonaler Fitness vor und linderte die Fatigue der Patienten.
Dieser Vorteil war zwar nach sechs Monaten – also drei Monate nach Ende des angeleiteten Trainings – verschwunden. Doch auch zu diesem Zeitpunkt profitierten die Mitglieder der Sportgruppe von einem Gewinn an Lebensqualität. Zudem wiesen sie nach wie vor ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Nach Ansicht der Autoren könnten Ärzte ihren Patienten mit Prostatakrebs begleitend zur Androgendeprivationstherapie ein kurzzeitiges Trainingsprogramm verordnen, um die negativen Effekte der Hormonbehandlung zu verringern.BE

Quelle: Nadjavera W et al. BJU Int 2020; 125: 28–37.

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