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Kreuzschmerzen: 10 Fakten, die jeder kennen sollte

Viele Patienten mit Kreuzschmerzen haben Angst, dass ihre Beschwerden persistieren. Deshalb nehmen sie eine Schonhaltung ein oder wollen sich direkt krankschreiben lassen. Das ist aber in den meisten Fällen der falsche Weg.

Noch immer kursieren in der Bevölkerung Mythen zum Thema Kreuzschmerzen, die von den Medien sowie der Industrie weiter verbreitet werden. Ärzte müssten deshalb besser aufklären, statt wie so häufig unnötige Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren und ineffektive Therapien anordnen, fordert ein Team um Professor Dr. ­Peter B. O’Sullivan von der School of Physiotherapy and Exercise Science der australischen Curtin University, Perth.

Da falsche Massnahmen – wie Schonhaltung oder Inaktivität – den Behandlungserfolg gefährden können, sollte jeder, der Probleme mit dem unteren Rücken hat, über die wichtigsten Fakten Bescheid wissen:

  1. Rückenschmerzen sind keine ernsthafte lebensbedrohliche Erkrankung.
  2. Meist bessert sich die Schmerzsymptomatik anstatt zu persis­tieren oder sich mit zunehmendem Alter zu verstärken.
  3. Anhaltende Kreuzschmerzen basieren selten auf einem Gewebe­schaden, sondern hängen häufig mit einer negativen Einstellung, ängstlichem Vermeidungs- sowie schlechtem Schmerzbewältigungsverhalten zusammen.
  4. Bildgebende Verfahren helfen in puncto Prognosestellung und Erkrankungsverlauf nicht weiter.
  5. Massvolle Bewegungen oder Übungen «in alle Richtungen» gelten als sicher und schaden nicht der Wirbelsäule.
  6. Die Haltung der Wirbelsäule im Stehen, Sitzen oder beim Heben spielt keine Rolle in der Entwicklung von Rückenschmerzen oder deren Persistenz.
  7. Eine schwache Rumpfmuskulatur verursacht keine Rückenschmerzen, dennoch ist eine Stärkung dieser Muskelpartie sinnvoll – ohne sie jedoch zu überbeanspruchen.
  8. Häufiges Rotieren und Beugen der Wirbelsäule führt nicht zu Verschleisserscheinungen, sondern fördert die Belastbarkeit des Rückens.
  9. Aufflackernde Schmerzen hängen häufiger mit Veränderungen in Aktivität, Stress oder Stimmung zusammen als mit strukturellen Schäden.
  10. Statt auf die Wirkung starker Medikamente oder Injektionen zu setzen, sollten Kollegen ihre Patienten individuell beraten, wie sie ihren Lebensstil verbessern können. Als wichtig erachten die australischen Experten vor allem neben einem «normalen» Körpergewicht genügend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung sowie auf die körperliche Fitness zu achten. Ausserdem sollte der Patient seine sozialen Kontakte pflegen und weiterhin seiner Arbeit nachkommen.

O’Sullivan PB et al. Br J Sports Med 2019 Dec 31 [Online ahead of print].

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