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Prostataschutz aus der Espressomaschine

Vernünftig betriebener Kaffeekonsum schadet dem Herzen nicht, vermutlich schützt er sogar vor chronischen Erkrankungen. Ein präventiver Effekt speziell auf das Prostatakarzinom ist jetzt in einer italienischen Kohortenstudie bei 7000 Männern über 50 Jahren dokumentiert. Danach haben Männer, die täglich mehr als drei Tassen Kaffee trinken, ein um 53 % niedrigeres Prostatakrebsrisiko als solche, die weniger als zwei Tassen zu sich nehmen. Allerdings muss der Kaffee «Italian-style» sein – d. h. in der Espressomaschine unter hohem Druck, ohne Filter mit sehr heissem Wasser zubereitet. Bei dieser Methode lösen sich vermutlich deutlich mehr bioaktive Substanzen aus dem Pulver als beim gewöhnlichen Brühen.
Eine Übertragung der Ergebnisse auf Populationen mit anderer Kaffeezubereitung sei daher nicht ohne weiteres möglich, schreiben die Autoren der Moli-sani-Studie. Diese Untersuchung prüft den Zusammenhang zwischen Umweltfaktoren und genetischen Merkmalen u. a. mit Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Einwohnern der italienischen Region Molise. Vermutlich ist das Ergebnis einem krebshemmenden Effekt von Koffein plus kaffeespezifischen Begleitsubstanzen zu verdanken.

Pounis G et al. Int J Cancer 2017; online first.

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