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Dr. med. Stefanie Kronengerger, Foto: fotolia, Kadmy

Prämedikation ohne Nutzen?

Viele Patienten fürchten sich vor einer Operation und ein Beruhigungsmittel vor der Narkose soll dazu beitragen, Angst und Stress zu reduzieren. In einer klinischen Untersuchung mit mehr als 1000 Erwachsenen Operationskandidaten haben Wissenschaftler nun die Auswirkungen einer Prämedikation mit Lorazepam getestet.

Die Probanden waren für elektive Eingriffe in der Neurochirurgie, der Gynäkologie, der Kardiologie oder auch ambulante Operationen vorgesehen. In drei Gruppen randomisiert, erhielten sie vor der Operation entweder 2,5 mg Lorazepam, Placebo oder aber keinerlei Prämedikation. 24 Stunden nach dem Eingriff wurden mittels eines Fragebogens die perioperativen Erfahrungen und die Zufriedenheit der Patienten eruiert. Als sekundärer Outcome galten die Zeit bis zur Extubation und die frühzeitige kognitive Erholung.

Die Zeit bis zur Extubation verlängert sich

Bei der Beurteilung durch die Patienten ergaben sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Unter dem Benzodiazepin waren die Kranken also nicht zufriedener als ohne Vormedikation.

Sogar wenn man nur die besonders ängstlichen Patienten betrachtete, brachte das Benzodiazepin keinen Vorteil. Allerdings war die Zeit bis zur Extubation durch das Beruhigungsmittel mit 17 Minuten länger als mit Placebo (13 Minuten) oder ganz ohne Tablette (12 Minuten). Auch das Gehirn kam unter dem Lorazepam langsamer wieder auf Touren, der Anteil mit früher kognitiver Erholung war in dieser Gruppe am geringsten.

Quelle: Axel Maurice-Szamburski et al., JAMA 2015; 313: 916–925

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