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Maria Weiß, Foto: thinkstock

Bei Alzheimer die Muskeln trainieren

Eine finnische Arbeitsgruppe um Dr. Kaisu H. Pitkälä vom Helsinki University Central Hospital untersuchte bei 210 Alzheimer-Patienten, die zu Hause betreut wurden, was man mit regelmäßigem körperlichem Training ausrichten kann.

Das Patientenkollektiv wurde im Rahmen der FINALEX*-Studie in drei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe nahm über einen Zeitraum von einem Jahr zweimal in der Woche an einem einstündigen Gruppentraining teil, eine weitere Gruppe erhielt ein individuell zugeschnittenes Übungsprogramm für zu Hause, wobei die Anleitung durch speziell ausgebildete Physiotherapeuten erfolgte. Die dritte Patientengruppe wurde wie bisher versorgt.

Durch Training bleibt Unabhängigkeit länger erhalten

Wunder konnte auch das Training nicht bewirken – in allen Gruppen nahmen die kognitiven Fähigkeiten im Verlauf der Studie ab. Der Verlust der funktionalen Unabhängigkeit war aber in den beiden Übungsgruppen nach einem halben und einem Jahr signifikant weniger ausgeprägt. Dabei schnitt die Gruppe mit den häuslichen Übungen am besten ab.

Außerdem waren im Jahr nach dem Training deutlich weniger Stürze in den aktiven Gruppen zu verzeichnen. Irgendwelche negativen Folgen des Trainingsprogramms wurden nicht beobachtet.

Turnen spart sogar Therapiekosten

Zusätzliche Kosten durch die Trainingsprogramme brauchen nicht befürchtet zu werden. Das zu Hause durchgeführte Programm trug sich durch die Einsparungen an anderer Stelle selbst – das Gruppenprogramm half sogar etwas Kosten einzusparen.

*Finish Alzheimer Disease Exercise Trial

Quelle: Kaisu H. Pitkälä et al., JAMA Intern Med 2013; online first

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