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Anouschka Wasner, Foto: thinkstock

Softskills – können Sie gut zuhören?

„Klar kann ich zuhören – ich hab doch zwei Ohren!“ Aber von „hören“ zu „zuhören“ ist es manchmal ganz schön weit. Versuchen Sie ehrlich mit sich selbst zu sein und stellen Sie sich eine Gesprächssituation in Ihrem Team vor, in der Ihnen jemand etwas erklären oder erzählen wollte.

Testen Sie Ihre innere Einstellung im Gespräch

  • Haben Sie wirklich aufgenommen, was der andere sagt – oder waren Sie ungeduldig, weil noch so viele andere Sachen zu tun waren?
  • Haben Sie versucht sich hineinzufühlen in das, was Ihren Gesprächspartner beschäftigt – oder fanden Sie es zu langweilig, um sich wirklich damit zu beschäftigen?
  • Wenn der Gesprächspartner Sie kritisiert hat: Haben Sie versucht zu verstehen, wo das Problem liegt – oder waren Sie darauf aus, die Schwachstelle in der Argumentation zu entdecken, um die Kritik so schnell wie möglich abzuwehren?

Wenn Sie diese Fragen positiv beantworten können, haben Sie bereits eine sehr gute Grundlage für ein konstruktives Gespräch!

Dabei ist es natürlich nicht immer leicht, eine konstruktive Haltung dem Gesprächspartner gegenüber einzunehmen. Wahrscheinlich müssen Sie dazu mehr als einmal über Ihren Schatten springen – und jeder erlebt immer wieder Situationen, in denen er oder sie sich gerade mal nicht perfekt verhält. Macht nichts, man kann sich ja auch mal im Nachhinein entschuldigen und zieht aus der Situation eine Lehre für das nächste Mal…

Doch auch wer eine innerlich konstruktive Einstellung anstrebt, kann sich nicht sicher sein, dass sein Gegenüber diese auch erkennt.

Aktives Zuhören signalisiert eine konstruktive innere Einstellung

Versuchen Sie deswegen, Ihr „aktives Zuhören“ zu stärken. Darunter versteht man zum Beispiel:

  • Immer wieder Blickkontakt mit dem Gegenüber suchen bzw. halten
  • Sich körperlich zuwenden und offene Körperhaltung einnehmen (z.B. keine fest verschränkten Arme)
  • Mit Kopfnicken, „Ja“-sagen und dem Einflechten von „Ich verstehe“ oder „Hm“ immer wieder signalisieren, dass Sie am Ball sind
  • Besonders bei Konfliktgesprächen Punkte aufgreifen bzw. zusammenfassen, was der Gesprächspartner sagt: „Du meinst also…“, „Habe ich dich richtig verstanden…“, „Deine Frage/dein Problem ist also…“

Test: Sind Sie ein guter Zuhörer/eine gute Zuhörerin?

  • Lassen Sie andere ausreden?
  • Hören Sie aktiv zu?
  • Wenn Sie gerade nicht zuhören können: Schlagen Sie Ihrem Gesprächspartner einen alternativen Zeitpunkt zum Reden vor?
  • Versuchen Sie sich in die Position Ihres Gegenübers zu versetzen?
  • Beurteilen und antworten Sie erst, wenn Sie wahrgenommen haben, was der andere sagen möchte? –
  • In Teamsitzungen: Schreiben Sie mit, um nichts zu verpassen bzw. zu vergessen?

Tipp fürs Praxisteam für die Teamsitzung

Wenn Sie glauben, dass sich die Kommunikation in Ihrem Team noch verbessern könnte, formulieren Sie auf Ihrer nächsten Teamsitzung Gesprächsregeln, die Sie an eine gut sichtbare Stelle hängen, so dass sich immer wieder darauf bezogen werden kann. Notiert werden können hier Regeln wie:

Unsere Teamsitzung
  • Wir reden nacheinander und hören uns gut zu.
  • Wir reden ruhig und halten die Gesprächslautstärke ein.
  • Wir nehmen die Meinungen der anderen ernst.
  • Wir begründen unsere eigene Meinung und behalten dabei das Thema im Auge.
  • Wir versuchen niemanden zu verletzen und fair miteinander umzugehen.

Aber: Jedes Team ist anders. Es geht auch knapper, so zum Beispiel:

Regeln fürs Teamgespräch
  • Handys aus!
  • Ausreden lassen!
  • Fair bleiben!
  • Zum Punkt kommen!
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