Medical Tribune
9. Juni 2022Nebenwirkungen neuer Substanzen kennen

Supportivtherapie nach dem aktuellen Wissensstand beim Mammakarzinom

Die Supportivtherapie und der Umgang mit (potenziellen) Nebenwirkungen sei im Rahmen der Empfehlungen der AGO Mamma ein wichtiges Kapitel zum Nachschlagen, kon­statierte Prof. Dr. Nadia­ Harbeck vom Brustkrebszentrum des LMU Klinikums München. Die Expertinnen und Experten haben auch einen neuen Abschnitt zur Zusatzdiagnostik vor Beginn einer Chemotherapie erarbeitet.

Inhaltsverzeichnis
Besonders bei neuen Therapeutika gilt es, sich mit dem Nebenwirkungsprofil zu befassen
iStock/FilippoBacci

Eine angemessene Supportivtherapie ist ein wichtiger Eckpfeiler bei der Therapie des Mammakarzinoms. Kein Wunder also, dass die Behandlung der Nebenwirkungen der modernen Therapien auch bei den aktualisierten Empfehlungen der AGO Mamma berücksichtigt wurden (1).

DPD-Defizienz

Mit «Doppelplus» (LoE GR AGO 1a A ++) empfiehlt die AGO Mamma vor jeder Behandlung mit 5-Fluo­ro­uracil (FU) bzw. Capecitabin, auf eine Defizienz des Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) zu testen. Es reguliert den Abbau von 5-FU und dessen Prodrugs, was bei einer in seltenen Fällen vorliegenden pathogenen Genvariante nicht mehr adäquat funktioniert. Betroffene haben dann ein erhöhtes Risiko für therapiebedingte Toxizitäten.

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