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Metastasierter klarzelliger Nierenkrebs

Welche Patienten profitieren von einer Checkpoint-Blockade?

Programmed cell death in immune system, illustration

Der PD1-Rezeptor (rot) wird auf aktivierten T-Zellen exprimiert.

Nicht alle metastasierten klarzelligen Nierenzelltumoren sprechen gleichermassen gut auf die Behandlung mit PD(-L)1-Inhibitoren an. Doch woran liegt das? Kanadische Forscher gingen dieser Frage in einem systematischen Review auf den Grund.

Durch den Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren hat sich die Prognose des metastasierten klarzelligen Nierenzellkarzinoms (ccRCC) in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Verschiedene gegen PD(-L)1 gerichtete Antikörper blockieren den Signalweg zwischen Rezeptor und Ligand, lösen so die T-Zell-Inhibition und steigern die Antitumoraktivität.

Einige Erkrankte profitieren allerdings mehr von einer solchen Behandlung als andere. Welche Faktoren mit dem Ansprechen auf die Substanzen assoziiert sind, untersuchten kanadische Kollegen um Neha Sati von der McMaster University in Hamilton.1 Sie führten dazu eine Metaanalyse der Daten aus sechs thematisch relevanten randomisierten Phase-II- und -III-Studien durch. Die Teilnehmer litten unter einem metastasierten ccRCC und waren mit einem einzelnen PD(-L)1-Hemmer oder einer Wirkstoffkombination behandelt worden. Alle Publikationen beinhalteten Informationen zu verschiedenen Patientencharakteristika sowie zum Therapieergebnis im Hinblick auf Gesamt- (OS) sowie progressionsfreies Überleben (PFS).

Ältere Personen haben eine ungünstige Prognose

Folgende Merkmale prädisponierten den Forschern zufolge für ein schlechteres Ansprechen auf die Checkpoint-Hemmung:

  1. höheres Alter
  2. niedrige PD-L1-Expression
  3. Fehlen einer sarkomatoiden Differenzierung sowie
  4. günstiger bzw. intermediärer MSKCC*-Risikoscore

Bezüglich des Lebensalters als Prognosefaktor für das OS zeigte sich, dass Tumoren von mindestens 75-Jährigen im Vergleich zu Jüngeren signifikant schlechter ansprachen (Verhältnis Hazard Ratio [HR] für Alter ≥ 75 Jahre/< 65 Jahre: 1,51; 95%-KI 1,01–2,26). Eine niedrige PD-L1-Expression wirkte sich wiederum negativ auf das PFS aus (HR PD-L1 < 1 %/≥ 10 %: 2,21; HR PD-L1 < 1 %/≥ 1 %: 1,36).

Auch ein intermediärer MSKCC-Score ging, im Vergleich zu ungünstigen Werten, mit einem signifikant verringerten Ansprechen und einem kürzerem PFS einher (HR intermediär/schlecht: 1,62; 95%-KI 1,14–2,29). Ähnlich, allerdings nicht signifikant, war das Ergebnis für einen günstigen Wert (HR günstig/schlecht: 1,53; 95%-KI 1,00–2,34).

«Immuntherapeutika nicht vorenthalten»

Patienten ohne sarkomatoide Tumorhistologie sprachen ebenfalls signifikant geringer auf die Checkpoint-Inhibitoren an als solche mit sarkomatoider Gewebedifferenzierung. Dies beeinflusste das PFS negativ (HR keine sarkomatoide/ sarkomatoide Differenzierung: 1,54; 95%-KI 1,07–2,21).

Das Fazit der Forscher: Patienten ab 75 Jahren mit metastasiertem ccRCC und solche mit niedriger PD-L1-Expression, einem günstigen oder intermediären MSKCC-Risikoscore sowie ohne sarkomatoide Tumoranteile sprechen offenbar schlechter auf PD(-L)1-Inhibitoren an. Das wirkt sich negativ auf ihre Prognose aus. Dennoch könnten diese Gruppen von der Immuntherapie profitieren, denn sie sei unter Umständen immer noch besser als die älteren Standards.

Auch die zwei Kommentatoren, Professor Dr. Alice Fan und Professor Dr. John Leppert von der Stanford University School of Medicine warnen, Erkrankte mit den genannten Charakteristika eine Checkpoint-Hemmung vorzuenthalten.2 Ein deutliches Ansprechen sei durchaus möglich.

* Memorial Sloan Kettering Cancer Center

Referenzen:

  1. Sati N et al. JAMA Netw Open 2021; 4: e2034201; doi: 10.1001/jamanetworkopen.2020.34201
  2. Fan AC et al. A.a.O.; doi: 10.1001/jamanetworkopen.2020.35120
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