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Flavanole machen schlau

Welche Wirkung haben Pflanzenstoffe im Kakao auf das Gehirn?

Bei der Arbeit besser Kakao statt Kaffee trinken? Ein Versuch kann ja nicht schaden.

Kakao schmeckt nicht nur gut, sondern macht wohl auch clever. Verantwortlich dafür sind darin enthaltene sekundäre Pflanzenstoffe.

Dein Gehirn ist, was du isst bzw. trinkst – so oder ähnlich könnte man die Ergebnisse eines britisch-US-amerikanischen Teams vereinfacht zusammenfassen. Der Psychologe Professor Dr. Gabriele Gratton vom Beckman Institute for Advanced Science and Technology der University of Illinois in Urbana-Champaign und seine Kollegen haben 18 gesunde junge Männer in einem mehrstufigen Test untersucht. Diese liessen sie bei zwei verschiedenen Gelegenheiten Kakao trinken. Einmal handelte es sich dabei um einen einfachen Schoko-Drink, einmal war er zusätzlich mit Flavanolen angereichert. Flavanole, sekundäre Pflanzenstoffe, kommen auch in Trauben, Äpfeln, Beeren und anderen Lebensmitteln vor.

Vor und nach dem Trinken untersuchten die Forscher, wie stark das Gehirn auf eine Hyperkapnie reagierte. Dazu mussten die Studienteilnehmer kurzzeitig Luft mit einem hohen Anteil an CO2 (ca. 5 %) einatmen. Danach strömte, wie zu erwarten, verstärkt Blut (und damit Sauerstoff) ins Gehirn. Dieser Effekt war besonders stark ausgeprägt, wenn die Männer vorher den Flavanol-reichen Kakao getrunken hatten. Nach dem Konsum des angereicherten Getränks schnitten die Herren zudem bei kognitiven Tests besser ab. Vor allem bei schwierigeren und komplexeren Aufgaben zeigten sie sich hinsichtlich Genauigkeit und Geschwindigkeit deutlich überlegen.

Quellen:

  1. Gratton G et al. Sci Rep 2020; 10: 19409; doi: 10.1038/s41598-020-76160-9
  2. Pressemitteilung University of Birmingham
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