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Antjie Thiel, Foto: thinkstock

Bei Schlafapnoe früh die Mandeln entfernen?

Unruhige Nächte, Tagesmüdigkeit sowie Verhaltensauffälligkeiten und kognitive Defizite sind Risiken, die mit einer kindlichen Schlafapnoe einhergehen. Als Primärtherapie hat sich die Entfernung der hypertrophen Rachenmandeln durchgesetzt. Ob eine frühzeitige Operation mehr bringt als „beobachtend abzuwarten“, wurde nun im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie geprüft.

Insgesamt 464 Kinder mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom wurden randomisiert in zwei Gruppen eingeteilt: Entweder erfolgte frühzeitig eine Adenotonsillektomie oder es wurde eine abwartende Strategie verfolgt. Die Studienteilnehmer waren zwischen fünf und neun Jahre alt.

Nachtruhe und Lebensqualität bessern sich nach Tonsillektomie

Man analysierte polysomnographische Daten, Ergebnisse von Verhaltens- sowie Kognititionstests, ferner Einschätzungen von Lehrern und anderen Betreuungspersonen, jeweils zu Beginn der Studie und nach sieben Monaten.

Im Schlaflabor schnitten die Kinder der Operationsgruppe deutlich besser ab: Bei 79 % von ihnen besserte sich die Schlafqualität (Kontrollgruppe 46 %). Auch bezüglich Lebensqualität und Verhalten profitierten die Kinder von einer Operation mehr als vom abwartenden Beobachten. Im Hinblick auf Aufmerksamkeit und andere exekutive Funktionen zeigte das operative Vorgehen im Vergleich zum abwartenden keine Verbesserungen.

Günstige Effekte häufig auch ohne Eingriff

Weil sich bei einer großen Zahl von Kindern die Schlafqualität auch ohne Eingriff deutlich besserte und kein Verlust kognitiver Fähigkeiten zu verzeichnen war, plädieren die Autoren dafür, zunächst abzuwarten und nach einer erneuten Untersuchung über Operation oder Nicht-Operation zu entscheiden. 

Quelle: Carole L. Marcus et al., N Engl J Med 2013; online first

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